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Aus der Not mehr als eine Tugend gemacht

  Kita Rosengarten der Kirchengemeinde Nied bringt Seniorinnen und Kinder zusammen (Oma-Opa-Projekt in der Kita Rosengarten)

von Doris Stickler März 2011 >> Seniorenkreis
        Quelle: Evangelische Kirche Intern Frankfurt am Main, Nr. 134 - März 2011, Seite 5

 

 

Die Kita Rosengarten der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt Nied hat aus einem räumlichen Dilemma heraus vor fünf Jahren ein in Frankfurt einzigartiges Projekt mit Kindern und Seniorinnen der Gemeinde gestartet. Seitdem haben nicht nur die Älteren einen neuen Platz in der Gemeinde gefunden, sondern die Kinder auch lauter neue Omas und Opas.


Not macht bekanntlich erfinderisch und bisweilen entpuppt sie sich sogar als Motor für neue Ideen. Ein gutes Beispiel liefert das "Oma-Opa-Projekt" im Frankfurter Stadtteil Nied. Hier riss die Raumnot in der Kita Rosengarten kulturelle und altersbedingte Barrieren nieder. Seit 2006 treffen sich im "Forschungszimmer" Senioren und Kinder zum Erzählen, Singen und Spielen, mitunter stehen auch Ausflüge auf dem Programm. Mit eben so großem Spaß wie Erfolg treiben sie ganz nebenbei die Verständigung zwischen unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten voran. Einen derart weit reichenden Effekt hatte Kita-Leiterin Ulrika Ludwig anfangs gar nicht im Blick.

Mainzer Landstraße als Hürde
Das Projekt sollte vor allem ein Dilemma lösen. Aufgrund der enormen Nachfrage musste die von der Nieder Kirchengemeinde getragene Einrichtung 2006 die Betreuungskapazität um eine Gruppe erhöhen. Es lag deshalb nahe, den im Haus bis dahin Senioren vorbehaltenen Raum der Kita einzuverleiben. Zumal das neue Gemeindezentrum im Herzen von Alt Nied den betagten Gemeindemitgliedern hinreichend Begegnungsfläche bot. Soweit schien die Lösung optimal. Wie sich bald zeigte, war sie das freilich nur für die mobilen Erwachsenen.

Für alle anderen stellte die Mainzer Landstraße eine physische wie psychische Hürde dar. Obendrein war der Weg eindeutig zu weit. Durch Ludwigs salomonische Idee blieben dann weder die Kleinen noch die Großen auf der Strecke. Das "Oma-Opa-Projekt" habe sich gleich beim Pilotversuch als Treffer ins Schwarze erwiesen und auch nach fünf Jahren liege die "Zustimmungsquote bei einhundert Prozent". Auf Wunsch der rund 18 Seniorinnen und Senioren und der etwa gleichen Anzahl von Kindern, wurden die ursprünglich auf jährlich vier Nachmittage angesetzten Begegnungen auf sechs erhöht.

Beide Seiten profitieren
Die ungebrochene Begeisterung ist für Ludwig der schönste Lohn für den Mut zum Experiment. Die Zusammenkünfte hätten nämlich nichts mit den "üblichen Betreuungs- oder Vorleseaktionen" gemein. Wie die Pädagogin jedes Mal beobachten kann, steht das "gegenseitige Kennenlernen und Erfahren im Mittelpunkt", werde mit großer Neugierde in unbekannte Welten geschnuppert. Es seien Treffen, von denen stets "beide Seiten profitieren". Und das nicht nur, weil die gemeinsamen Aktivitäten Freude bereiten und Themen wie "Auf der Arche ist Platz für Alt und Jung" oder "Sterben und Tod" auf der inhaltlichen Tagesordnung stehen.

Die zu 80 Prozent aus Zuwandererfamilien stammenden Fünfjährigen finden nach Ludwigs Wissen hier den "zuhause meist fehlenden Großelternteil". Bei den "Adoptiv-Omas und -Opas wiederum sieht sie förmlich die "Vorbehalte gegen andere Hautfarben und Gepflogenheiten schmelzen". Dass die Kita-Leiterin das Projekt als "Integration im Kleinen" verbucht, kann Karl Blum nur unterschreiben. Der bislang einzige Mann in der Runde erlebt immer wieder, dass ihn Kinder auf der Straße mit einem "Hallo Opa Karl" begrüßen und ein kleines Schwätzchen halten. Den Seniorinnen geht es da nicht anders, "Oma Dora" hat im vergangenen September mit den Jungen und Mädchen denn auch ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Einzigartiges Projekt in Frankfurt
Weil man von dem Vorstoß wenig Aufhebens machte und ihn für unspektakuläre Basisarbeit hielt, blieb das "Oma-Opa-Projekt" weitgehend unbemerkt. Als Barbara Hedtmann, Koordinatorin Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit im Evangelischen Regionalverband, 2010 darüber stolperte, war sie nicht von ungefähr sofort elektrisiert. Die "vorbildliche Initiative" sei "in Frankfurt einzigartig". Sie diene nicht nur der Integration, sondern durchbreche auch "die Einsamkeit der Senioren". Zudem könnten "Kinder das Alter als etwas bereicherndes erleben". Und das alles, ohne nennenswerte Kosten.

Das fünfjährige Bestehen kam Hedtmann daher wie gerufen, um die Öffentlichkeit über das "besonders gelungene und nachahmungsfähige Praxisbeispiel" zu informieren. Abgesehen von ein paar Gästen, der Presse und einigen Reden glich die Jubiläumsfeier im Prinzip den regulären Treffen. Unter dem Thema "Wo komme ich her? Wo bin ich jetzt?" wurden auf einer großen Weltkarte die geographischen Wurzeln markiert und über die Länder erzählt. Wie immer hatten die Kinder vorher Kuchen gebacken. Gewünscht hätte man sich allerdings Vertreter der Politik. Sie hätten wunderbar lernen können, wie sich Integration realitätsnah umsetzen lässt - und zwar ohne sich in immer neue Debatten zu verstricken.

Doris Stickler
 

siehe hierzu auch:
  - Gemeindebrief April / Mai 2011 (PDF) , Seite 5

Letzte Änderung: 25.08.2014



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